Damavand, 5.610m - Skitour 7.–21. April 2017

Apr 05, 2017

Heilige Berge, Inspiring Mountains

Damavand 5.610m
Der heilige Berg im Iran, Elburs-Gebirge

 

Von Wind umtost – von Rauch umwölkt

300px-Damavand_in_winter Quelle: wikipedia

Damāwand, auch Demawend und Damavand (persisch: دماوند, sprich: Damåwand; Dam-āwand bedeutet „frostiger Berg“).

Der Damavand liegt im Elburs-Gebirge, das sich wie eine Mondsichel an die südlichen Ufer des Kaspischen Meeres schmiegt, nur wenige Autostunden nördlich von Teheran. Der Vulkankegel überragt die umliegenden Berge bei weitem und ist neben dem Kilimandscharo einer der höchsten freistehenden Berge der Welt – und der höchste Vulkan Asiens. Als die Gebirgskette des Elburs vor ca. 220 Millionen Jahren aufgefaltet wurde war die geologisch starre Erdplatte des Hochlands starken Bruchbewegungen ausgesetzt wodurch vor ca. 70 Millionen Jahren an den Rändern des Hochlands die Erdkruste aufbrach. Magma trat aus und es bildeten sich Vulkane. Der höchste dieser erloschenen Vulkane ist der Damavand. Sein Gipfel ist mit ewigem Schnee bedeckt, dennoch stößt er immer noch Schwefeldämpfe aus.

In der zoroastrischen und persischen Mythologie war der Damavand und sein Gebirge als Elburz oder Hara Berezait bekannt - der kosmische Berg, der die ganze Erde umgab und aus seinem tiefsten Inneren emporgestiegen war die Sterne zu übertreffen. In den Höhen des Elburz wuchs die weiße Haomapflanze, die das Elixir der Unsterblichkeit hervorbrachte. Und dort verborgen lag auch, jenseits des Einflussbereichs von Dunkelheit, Kälte und Nacht, die Quelle des göttlichen Flusses, der das Wasser des Lebens zu Erde brachte.

Mit dem Schwinden des Zoroastrismus und dem Aufkommen des Islam wurde der Damavand zum Schauplatz irdischerer Legenden und Heldensagen. Am bekanntesten ist die Geschichte des Drachen Azhi Dahaka, auch als Sturmdämon und König Zahak bekannt - ein Tyrann dem junge Männer geopfert werden mussten um die Schlangen, die aus seinen Schultern wuchsen zu nähren. Dem Helden Fereydun gelang es schließlich das Volk des Iran von der tausend Jahre dauernden Herrschaft des Tyrannen zu befreien. Fereydun, der in der Geborgenheit des Elburs-Gebirges ausgewachsen war, stieg eines Tages von seiner alpinen Zuflucht herab um Zahak zu besiegen. Er sperrte ihn in eine Höhle am Damavand und kettete ihn an einen lebendigen Felsen.

Der Dichters Abū l-Qāsem-e Ferdousī, beschreibt diese Geschichte im Šāhnāmeh, dem persischen Königsbuch:

„Am Berg Demawand er legt’ ihn in Band.

Einen engen Ort er ihm dort erkor,
Eine Höhle, die sich grundlos verlor.
Da heftet er ihn mit Nägeln stark,
An Stellen, wo’s nicht traf das Mark,
Und schmiedet’ ihn so die Händ' an den Stein,
Daß lang' er müsst leben in Pein.“

Noch heute geht die Legende, dass, wenn Zahak sich in seinem Berggefängnis krümmt und stöhnt, der ganze Vulkan zittert und bebt, so als würde er gleich ausbrechen.

 

Quellen: „Sacred Mountains of the World“ von Edwin Bernbaum, „Sacred Mountains – Ancient Wisdom and Modern Meanings“ von Adrian Cooper, „Damavand – Der höchste Berg Irans“ von Karl Gratzl und Robert Kostka und Wikipedia, https://de.wikipedia.org/wiki/Dam%C4%81wand

 

Ein wunderbarer Film zur Einstimmung http://www.br.de/mediathek/video/sendungen/bergauf-bergab/bergauf-bergab-186.html

© 2017 Helga Hengge. Alle Rechte vorbehalten.