Tzombuk

Tzombuk Lop-tha — Wir bauen eine Schule
9000 Ziegelsteine
3000 Steine
24 große Holzbalken
300 kleine Querbalken aus Holz
4 Holztüren
8 Fenster
1 Tor
12 Bambusmatten
20 Säcke Zement

 

Tzombuk

Tzombuk liegt auf 4.750 Meter Höhe über dem Meeresspiegel im Rongbuktal, im Süden der tibetischen Hochebene. In dem kleinen Dorf am Fuße des Mount Everest — Chomolungma, „Muttergöttin der Erde”, wie die Tibeter den höchsten Berg nennen — stehen 44 Häuser und eine kleine Gompa (Kloster). Die Tibeter in Tzombuk leben von der Viehzucht, denn das Dorf liegt zu hoch um Landwirtschaft zu betreiben. Viele der Männer sind Yak-pas und treiben Handel über den Nangpa-La Pass mit den Sherpas im Khumbu Tal (Nepal).

„Mang-bo, mang-bo” — viele Kinder

Über 120 Kinder leben in Tzombuk, aber es gab keine Schule und so konnten die Kinder weder lesen noch schreiben. In den Sommermonaten ziehen die älteren Kinder mit den Schafen, Ziegen und Yaks (Hochlandrind) zu tiefer gelegenen Weideplätzen in den benachbarten Tälern. Die jüngeren Kinder helfen im Haushalt mit, holen frisches Wasser vom Fluss und sammeln Yakdung und trockene Sträucher für Brennholz. Das nächste Dorf, Chön Dzom ist vier Stunden Fussmarsch entfernt. Dort gibt es eine Schule, aber für die Kinder aus Tzombuk ist der Weg zu weit. Eine dauerhafte Schule im Dorf ermöglicht die Alphabetisierung der lokalen Bevölkerung in der tibetischen Sprache und den Kindern eine bessere Zukunft.

Kassang — Yak-pa

Kassang ist einer der „Dorfältesten” und hat das Tzombuk Schulprojekt geleitet. Er ist 40 Jahre alt, Yak-pa und lebt mit seiner Familie in der Mitte des Dorfes. Durch seine Arbeit als „Sherpa” bei Expeditionen auf den Mount Everest und Mount Cho Oyu (8201m) genießt er im Dorf hohes Ansehen. Kassang ist der einzige Yak-Pa, der auf dem Gipfel der Chomolungma stand. Kassang war als Yak-pa mit dabei auf unserer Mt. Everest Expedition 1999 und ist uns allen in den zwei Monaten sehr ans Herz gewachsen.

Lop-tha

Im Frühling 2001 reiste ich zusammen mit Tom Wool, Fotograf, durch das Rongbuktal und besuchte Kassang und seine Familie in Tzombuk. Abends bei Yak-curry, Tsampa und viel Buttertee beschlossen wir gemeinsam eine Schule im Dorf zu bauen. Tzang-bu und Tashi-Tzeba, seine beiden Söhne waren begeistert. Am folgenden Tag gingen wir von Haus zu Haus, zählten alle Kinder und fragten, ob alle mithelfen würden, die Schule zu bauen. Tom besiegelte unsere Idee mit einem „Schulfoto-ohne-Schule”. Die Familien stellten ihre Arbeitskraft gratis zur Verfügung. Gesponsert wurden alle Baustoffe, Einrichtung und das Schulmaterial in Zusammenarbeit mit EcoHimal aus den Erlösen meines Buches und der Vorträge. Die Dorfgemeinde kommt für das Gehalt der Lehrer auf.

3 Klassenzimmer, 2 Lehrerwohnräume

Frühling 2001 — Idee und Planung

Herbst 2001 — Holz wird in Kharta bestellt

Frühjahr 2002 — Pha-bhung (Ziegelsteine) werden im Dorf hergestellt, Steine für die Grundmauern werden zusammengetragen

Sommer 2002 — Bau der Schule

Herbst 2002 — Fertigstellung und Inbetriebnahme der Schule

Herbst 2007 — Installation von Sonnenkollektoren und Beleuchtung

2009 - Bau eines weiteren Klassenzimmers und Toiletten

Danke an Russell Brice, der die Schule in Tzombuk jedes Frühjahr (auf seinem Weg zum Mount Everest) besucht hat. In 2004 und 2005 wurden noch dringend benötigtes Schulinventar und Unterrichtsmaterial gekauft.
Vielen Dank an alle großzügigen Spender, allen voran die Realschule Puchheim, die Ladies vom „Ladies Circle” München, die Berliner Volksbank, den Lions Club Passau und das Team der Camlog Vertriebs GmbH für Ihre Spenden für die Schule in Tzombuk. Und herzlichen Dank an die Überbringer der Spendengelder Russell Brice, Gerlinde Kaltenbrunner, Ralf Dujmovits und Kari Kobler. 

 

© 2017 Helga Hengge. Alle Rechte vorbehalten.