Presseartikel

Haltener Zeitung | November 2007
Wirtschaftsgespräch einmal anders — Mit Helga Hengge auf den Mount Everest

Mit Helga Hengge auf den Mount Everest
Noch nie hatte das Halterner Wirtschaftsgespräch so viele Gäste. 240 wollten am Freitagabend den Vortrag von Helga Hengge hören. Sie hat 1999 als erste Frau aus Deutschland erfolgreich den Mount Everest bezwungen — und das über die schwierige Nordroute.

Wirtschaftsgespräch einmal anders
Haltern — 240 Gäste begrüßte Helga Hengge am Freitagabend im „Basiscamp” des Seehofes, um sie mit auf den Berg der Berge zu nehmen: den nach neuesten Messungen 8850 Meter hohen Mount Everest.

Warm und bequem saßen die Teilnehmer des Halterner Wirtschaftsgespräches, aber dank der packenden Erzählungsweise von Helga Hengge und der beindruckenden Bilder fühlten sie sich dennoch mitgenommen, in die Welt der Kälte, des Windes und kaum vorstellbarer Strapazen.

Helga Hengge ist die erste Frau aus Deutschland, die den höchsten Gipfel der Welt bestiegen hat und heil wieder herunter gekommen ist. Am 27. Mai 1999 schaffte sie den Aufstieg über die schwierige und gefährliche Nordroute. Zwei Monate voller Entbehrungen, Zweifel und Anstrengungen lagen hinter ihr.

Als sie mit ihrem Team im Basiscamp angekommen war, warteten dort 150 Bergsteiger auf günstiges Wetter, um den Gipfelsturm in Angriff nehmen zu können. „120 von ihnen sind unverrichteter Dinge wieder abgereist”, berichtete Helga Hengge. „Nur 20 Prozent schaffen es.” Die Deutsche gehörte in diesem Jahr dazu. Weil sie sich auf ein starkes Team verlassen konnte, weil ihr Teamleiter die Geduld hatte auf ein stabiles „Wetterfenster” zu warten. Und weil sie sich drei Jahre lang gründlich auf dieses Abenteuer vorbereitet hatte. Fitneßstudio statt Party, hieß es in dieser Zeit. Mit dem 20 Kilo schweren Rucksack schwitzte sie auf dem Stepper, während ihre Freunde das Leben in New York — dort lebte Helga Hengge damals — genossen.

Trotzdem gab es am Everest viele Momente, in denen die Zweifel zu siegen drohten. In diesen Augenblicken halfen ihr Teamkollegen, Sherpas und eine wichtige Erkenntnis, die sie allen Gästen mit auf den Weg gab: „Wenn Sie einmal glauben, es geht nicht weiter, dann schauen sie auf das zurück, was sie schon geleistet haben. Und dann richten Sie den Blick wieder nach vorne.”

Thomas Liedtke

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