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Presseartikel
Haltener Zeitung | November 2007
Mit Helga Hengge auf den Mount Everest
Wirtschaftsgespräch einmal anders Warm und bequem saßen die Teilnehmer des Halterner Wirtschaftsgespräches, aber dank der packenden Erzählungsweise von Helga Hengge und der beindruckenden Bilder fühlten sie sich dennoch mitgenommen, in die Welt der Kälte, des Windes und kaum vorstellbarer Strapazen. Helga Hengge ist die erste Frau aus Deutschland, die den höchsten Gipfel der Welt bestiegen hat und heil wieder herunter gekommen ist. Am 27. Mai 1999 schaffte sie den Aufstieg über die schwierige und gefährliche Nordroute. Zwei Monate voller Entbehrungen, Zweifel und Anstrengungen lagen hinter ihr. Als sie mit ihrem Team im Basiscamp angekommen war, warteten dort 150 Bergsteiger auf günstiges Wetter, um den Gipfelsturm in Angriff nehmen zu können. „120 von ihnen sind unverrichteter Dinge wieder abgereist”, berichtete Helga Hengge. „Nur 20 Prozent schaffen es.” Die Deutsche gehörte in diesem Jahr dazu. Weil sie sich auf ein starkes Team verlassen konnte, weil ihr Teamleiter die Geduld hatte auf ein stabiles „Wetterfenster” zu warten. Und weil sie sich drei Jahre lang gründlich auf dieses Abenteuer vorbereitet hatte. Fitneßstudio statt Party, hieß es in dieser Zeit. Mit dem 20 Kilo schweren Rucksack schwitzte sie auf dem Stepper, während ihre Freunde das Leben in New York — dort lebte Helga Hengge damals — genossen. Trotzdem gab es am Everest viele Momente, in denen die Zweifel zu siegen drohten. In diesen Augenblicken halfen ihr Teamkollegen, Sherpas und eine wichtige Erkenntnis, die sie allen Gästen mit auf den Weg gab: „Wenn Sie einmal glauben, es geht nicht weiter, dann schauen sie auf das zurück, was sie schon geleistet haben. Und dann richten Sie den Blick wieder nach vorne.” Thomas Liedtke |