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Presseartikel
Remscheider Generalanzeiger | Mai 2008
Helga Hengge erzählte vom Gipfel des Everest
Jedes Jahr machen sich Expeditionen ins Himalaya-Gebirge auf, um den Mount Everest zu bezwingen. Der lebensgefährliche Aufstieg bringt die Bergsteiger an ihre Grenzen und lässt viele scheitern. Es war ein bunter Haufen, dem sich Hengge als einzige Frau 1999 in Tibet anschloss, um ihr Ziel zu erreichen. Am Ende schafften es aus der „bärtigen Männerrunde” neben der damals 32-Jährigen nur ein Japaner und ein Australier zum Gipfel. Dass ausgerechnet die damals in New York lebende Modejournalistin bis ganz nach oben kam, kann man sich beim Blick auf die zierliche Person kaum vorstellen. Doch offenbar erfordert die Bezwingung des Bergs mehr als männliche Muskelkraft. Kein Wunder, dass sie inzwischen ein Buch geschrieben hat und gern gesehener Gast auf Managerseminaren ist. Dort gelten Extremsportler als Paradebeispiele des Machbaren. Tatsächlich ist vieles von dem, was sie sagt, um die spektakulär schönen Bilder zu erläutern, metaphorisch gemeint. Etwa wenn sie plötzlich nicht mehr nur hinauf, sondern auch hinunter schaut: „Da registriert man erst, wie viel man schon geleistet hat. Ich wünschte, im richtigen Leben würden wir auch öfter zurückschauen und feststellen, dass das, was vor uns liegt, gar nicht so groß ist im Vergleich zu dem, was wir geleistet haben.”
Als Hengge von der dramatischen Gipfelnacht zu erzählen beginnt, hängen die gut 150 Zuhörerinnen an ihren Lippen. Denn sie schwächelte am letzten Anstieg. Waren drei Jahre Training, zwei Monate Vorbereitung vor Ort und 35 000 Dollar Investition umsonst? Doch nach einer kleinen Korrektur am Sauerstoff-Ventil sind Kondition und Kraft wieder da, um die „Todeszone” bis zum Gipfel zurückzulegen. |