Presseartikel

Rieser Nachrichten Nördlingen | Mai 2009
Dem Himmel so nah wie sonst nirgendwo

Benefizveranstaltung Unterstützung für „Vier Steine für Afrika”.
Extrembergsteigerin Helga Hengge berichtet über den Mount Everest.
Otto Schily als Gastredner und Schirmherr im Klösterle

Nördlingen. Die Extrembergsteigerin Helga Hengge hielt im Stadtsaal Klösterle einen Vortrag über „Herausforderungen meistern”. Darin nahm die erste Deutsche, die auf dem Gipfel des Mount Everest stand, ihr Nördlinger Publikum mit auf den höchsten Berg der Welt. Das tat sie auf Einladung des Nördlinger Vereins „Vier Steine für Afrika”. Dem war es außerdem gelungen, zu dieser Benefizveranstaltung den Bundesinnenminister a. D. Otto Schily als Schirmherren und Gastredner zu gewinnen.

Schily machte in seinem Grußwort dem Nördlinger Verein ein Kompliment: „Mit großem Respekt, möchte ich Dank sagen, für Ihre vorbildlichen Aktivitäten.” Er würdigte die effiziente Hilfe, die der Verein für den Aufbau der Mädchenschule in Lushoto leiste.

8848 Meter hoch hinaus ging es dann mit der in München lebenden Extrembergsteigerin Helga Hengge, die früher Modejournalistin in New York war. Mit sehr beeindruckenden Bildern entführte sie zu dem Punkt der Erde, „an dem man dem Himmel so nah ist wie nirgendwo”, nämlich auf den Gipfel des Mount Everest. Se erzählte von ihrem Aufstieg über die schwierige und gefährliche Nordroute im Jahr 1999, der mit Einrichtung des „vorgeschobenen Basislagers” in einer Höhe von 6400 Metern begann.

„Drei Jahre habe ich trainiert, um bei dieser Expedition dabei sein zu können und ich dachte, ich wüsste alles über diesen Berg”, sagte sie. Aber als sie den Mount Everest, den die Tibeter „Die Muttergöttin der Erde” nennen, das erste Mal „in natura” gesehen habe, da sei er ihr „viel größer und unnahbarer” erschienen, als sie es sich vorgestellt habe.

Rund 150 Bergsteiger und Sherpas wollen pro Jahr den Mount Everest bezwingen, aber nur 20 Prozent schaffen es, so Hengge weiter. Man müsse in der Besteigungssaison ein sehr schmales Wetterfenster von vier bis sechs Tagen erwischen, eine kurze Zeit mit stabiler Wetterlage. Vom Basislager aus hat das Team der „Himalayan Experience Expedition”, mit dem Hengge unterwegs war, nach und nach innerhalb von sechs Wochen vier Höhencamps eingerichtet (die jeweils eine Tagesetappe voneinander entfernt lagen), um dann bei günstigem Wetter, den Aufstieg zu wagen.

Auch für Hengge war es nicht immer klar, dass sie es schaffen würde. So schilderte sie in ihrem Vortrag von guten und von schwachen Tagen und von ihrer ständigen Selbstkontrolle, ob sie ihre Kräfte auch richtig einschätze.

Weltweite Vorträge
Weltweit hält Helga Hengge vor allem in internationalen Wirtschaftsunternehmen über ihre Erfahrungen im Extrembergsteigen Vorträge. In Nördlingen tat sie dies ohne Honorar: „Ich unterstütze selbst eine kleine tibetische Schule im Rongbuktal” erklärte sie dazu.

heja

< zurück